Drei Millionen deutsche Kinder leben in Armut
Ursachen der Kinderarmut
Deutschland ist das Land mit der drittgrößten Volkswirtschaft. Dennoch gibt es in unserem Land immer mehr Kinder, die in Armut leben. Wie kommt es dazu? Wo liegen die Ursachen?
Tiefgreifende Veränderungen am Arbeitsmarkt
Normalarbeitsverhältnisse werden zunehmend zugunsten von Zeitarbeit und Teilzeitstellen abgebaut - vor allem im Niedriglohnsektor. Immer mehr Menschen fehlt es an einem ausreichenden Einkommen. Sie gehören zu den sogenannten "working poor", denjenigen, die trotz einer oder mehrerer Arbeitsstellen zusätzlich Hilfe vom Staat benötigen, um sich und ihre Familie ausreichend zu versorgen. Gering Qualifizierte haben zunehmend weniger Chancen, überhaupt eine Anstellung zu finden. Ein Leben in Dauerarbeitslosigkeit - und somit in ständiger Abhägigkeit vom Staat - wird für sie immer wahrscheinlicher.
Traditionelle Lebensgemeinschaften werden seltener
Die traditionelle Familienstruktur - zwei Ehepartner und Eltern, die sich in Geld verdienen und Erziehung ergänzen - wird seltener. Abgelöst wird sie von Ein-Eltern-Familien, Patchwork-Familien und nichtehelichen Partnerschaften. Vor allem alleinerziehende Mütter haben es schwer, für ein ausreichendes Einkommen zu sorgen. Da es an Angeboten für Ganztagsbetreuung nach wie vor mangelt, können viele Single-Mütter lediglich halbtags arbeiten. Hinzu kommt, dass Frauen grundsätzlich weniger verdienen als Männer. Sie sind deshalb eher von zusätzlichen Tranferleistungen abhängig.
Sozialstaat im Abbau
Mit der Einführung von Hartz IV hat sich die Zahl der in Armut lebenden Kinder verdoppelt. Der monatliche Regelsatz (211 bzw. 281 Euro) ist zu niedrig, als dass er diese Kinder effektiv vor Armut schützen könnte. Die individuellen Bedürfnisse von Kindern in unterschiedlichen Altersklassen werden nicht berücksichtigt. Das hat Ende Januar 2009 auch das Bundessozialgericht erkannt und die Regelsätze für Kinder für verfassungswidrig erklärt. Nun muss das Bundesverfassungsgericht entscheiden, ob die Bundesregierung die Hartz IV-Regelsätze neu berechnen muss.
Wie wird Deutschland sozialer?
Die verfügbare Arbeit sollte gerechter verteilt werden. Während manche Eltern ihre Kinder kaum noch zu sehen bekommen, weil sie in Arbeit versinken, können andere ihren Nachwuchs kaum ernähren, weil sie keine Stelle finden. Ein gesetzlich vorgeschriebener Mindestlohn würde es auch gering qualifizierten Beschäftigten ermöglichen, selbständig für ihre Familie zu sorgen. Eine flächendeckende, für jeden bezahlbare Ganztagsbetreuung vom Kleinkind bis zum Teenager in Krippen, Kitas, Ganztagsschulen gestattet es Alleinerziehenden, einer geregelten Arbeit nachzugehen. Außerdem können so benachteiligte Kinder besser gefördert werden. Um Ghettobildungen in Städten entgegenzuwirken, müssen benachteiligte Städte aufgewertet werden, bezahlbarer Wohnraum in verschiedenen Stadtteilen zur Verfügung stehen.
Den Moment, als Nina allein vor der Klasse stand und alle lachten, weil ihr nichts einfiel, wird sie so schnell nicht vergessen. Das war im letzten Jahr, direkt nach den Sommerferien, als die Lehrerin gesagt hatte: "Berichtet euren Klassenkameraden doch einmal von Eurem schönsten Ferienerlebnis!" (mehr...)
10.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren leben in Bonn in Armut, das sind 20% aller Kinder die in Bonn leben.
Ein Projekt stellt sich vor
ROBIN GOOD, der Kinderhilfsfonds von Caritas und Diakonie konnte in 2008 400 Kindern einen Wunsch erfüllen. Dank großzügiger Spenden von Bonner Bürgerinnen und Bürgern. (mehr...)

